Starker vierter Platz für Nick in LeMans
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Mit einem sensationellen vierten Platz beendete Nicks Rebellion Racing #12 die 24 Stunden von LeMans als bestes Privatteam und als bestes benzinbetriebenes Auto. Nur AUDI war stärker.
 
 
Von Michael Oellers

Die 24 Stunden von LeMans gelten nicht umsonst als eines der härtesten und anspruchsvollsten Rennen der Welt – sowohl für die Fahrer als auch für ihre Boliden. Diese Einschätzung bestätigte sich auch in der 2012er Ausgabe – Kollisionen, Abflüge und technische Defekte prägten das Bild des Rennens und sorgten zudem in den verschiedenen Klassen für Spannung. Der spektakulärste Crash ereignete sich zwischen einem der beiden Werkstoyota, gesteuert von Anthony Davidson, und einem zu überrundeten Ferrari. Der Ferrari berührte den LMP1-Toyota, dieser hob ab, überschlug sich einmal und landete dann (glücklicherweise) wieder auf den Reifen – bevor er seitlich hart in die Reifenstapel einschlug. Davidson konnte das Wrack zwar selbstständig verlassen, brach sich bei dem Unfall aber zwei Wirbelkörper und wurde ins Krankenhaus eingewiesen. Der Brite befindet sich aber in einem den Umständen entsprechend guten Zustand und muss keine bleibenden Schäden fürchten.

Besser erging des dem von Nick, Neel Jani und Nicolas Prost gesteuerten Rebellion Racing Lola-Toyota mit der #12 – nach einem annähernd perfekten Rennen ohne größere technische Probleme und Kollisionen belegte das Team sensationell Platz 4 in der Gesamtwertung. Dieser Platz bedeutete, wie schon zuvor in Spa, den Sieg in der Wertung der besten Privatteams und zudem den bestplatzierten Benziner im Feld. Platz 1-3 ging, nicht überraschend, an drei der vier Werksaudis, die nach dem Aus der beiden Werkstoyota (der zweite Toyota schied mit Motorschaden aus) keine Konkurrenz mehr hatten. Schlagen konnten sie sich nur noch selbst – was aber nur in einem Fall geschah. Der AUDI #3 belegte nach zwei Abflügen und damit einhergehenden längeren Boxenstopps „nur“ Platz 5. Auch der Audi mit der #2, hatte mit Alan McNish am Steuer auf Platz zwei liegend einen heftigeren Kontakt mit der Leitplanke. Dank einer unglaublichen Leistung der AUDI Boxencrew (und einer dem Crash folgenden SC-Phase) verlor der Wagen aber nur wenig Boden und konnte den zweiten Platz ins Ziel bringen.

Am Ende hatte Nicks Rebellion-Toyota #12 elf Runden Rückstand auf den Sieger, den AUDI #1 mit Fässler/Lotterer/Treluyer am Steuer, gefolgt von AUDI #2 mit einer Runde und AUDI #4 mit drei Runden Rückstand auf Platz eins. P5 ging an den vierten AUDI #3, welcher eine Runde hinter dem Rebellion ins Ziel kam. Schon 10 Runden Rückstand auf Nicks Team hatte der JRM-Honda, welcher am Ende Platz sechs belegte. Nicks Schwesterauto, der Rebellion mit der #13, kam nach Kupplungsproblemen mit 28 Runden Rückstand auf Platz 11 ins Ziel.

Das Ergebnis des Rennens ließ sowohl Nick als auch die ganze Rebellion-Crew jubeln. „Es ist optimal gelaufen. Mehr konnten wir wirklich nicht herausholen. Einen Audi hinter sich zu lassen ist natürlich fantastisch. Klar, der Audi ist nicht problemlos durchgekommen, aber hier kommt es eben genau darauf an. Wir haben das ganz gut geschafft, bei uns gab es nichts Außerplanmäßiges. Wir sind wie in Spa-Francorcamps bester Benziner. Platz vier ist sensationell.“, so Nick kurz nach dem Rennen. Technische Probleme gab es während der 24 Stunden wenige: „Wir hatten am Ende Probleme mit der Kupplung. Beim anderen Auto musste sie gewechselt werden, aber bei uns passte es gerade noch so. Das Gaspedal war am Ende etwas weich, aber bei uns war verhältnismäßig wenig."

Insgesamt absolvierte Nick drei Stints, welche alle mehr als zwei Stunden lang waren. Für einen Neuling erstaunlich stark waren auch seine Rundenzeiten. Neel Jani konnte zwar die teamintern schnellste Rennrunde hinlegen, aber Nick war im Mittel nicht viel langsamer als der erfahrene Schweizer und konnte die anderen Teamkollegen klar hinter sich lassen. Im ersten Stint nahm er dem erfahrenen Langstreckler Belicchi im Schwesterrebellion pro Runde im Schnitt zwei Sekunden ab – bei einer Rundenzeit von ca. 3:30 Minuten eine Welt.

Zum Schluß wagt Nick noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft: "Ich würde gern wiederkommen. Der erste Traum ist mit der Zielankunft und dem tollen vierten Platz erst einmal erfüllt, aber das heißt nicht, dass ich nicht zurückkommen will."

Alle Ergebnisse und viele Statistiken aus LeMans könnte ihr auf der offiziellen Homepage des Veranstalters einsehen.